Übersicht
Das Lizenz-Modul zur Ermittlung von
Stoffstrom-Bilanz-Daten ermöglicht die Erfassung, Verwaltung und Ausweisung von
Daten zur Unterstützung bei der Informationsbeschaffung
stoffstrombilanzpflichtiger Betriebe.
Das grundsätzliche Verfahren beruht
darauf, zunächst jedem betroffenen Artikelstamm über seine Zusammensetzung die individuellen
Stoffstrom-Komponenten zuzuordnen und dabei die jeweiligen Anteilwerte
festzulegen. Alle zu verwendenden Stoffstrom-Komponenten sind dafür zunächst in
die allgemeine Artikelbestandteil-Liste mit Angabe der Stoffstromart aufzunehmen
(siehe Bestandteile).
Die
Stoffstromarten sind im Anwendungsformat
‚af_stofstart‘ aufgeführt und können bei Bedarf ergänzt werden.
Bei der Erfassung, Erzeugung und Bearbeitung von
Vorgängen werden für Positionen mit Artikeln, denen Stoffstrom-Komponenten
zugeordnet sind, beim Speichern des Vorgangs aus der Positionsmenge und den
Anteilen aus der Zusammensetzung die Stoffstrommengen berechnet und gespeichert.
Bei Standardvorgängen im Verkauf kann auf der Warenpositionsmaske in der
Registerkarte Stoffstromwerte der Lieferant aus dem Lieferantenstamm
angegeben werden. Sind diesem Lieferanten im Artikelstamm der Position
individuelle Stoffstromparameter zugeordnet, so ersetzen diese diejenigen aus
der Artikelzusammensetzung. Im Einkauf werden diese Werte bei der
Erzeugung oder Erfassung einer Belegposition bezüglich der
Kunden-/Lieferantennummer des Vorgangs herangezogen.
Zu beachten ist,
dass bei Änderung der Anteil-Angabe eines Stoffstrombestandteils in der
Artikelstamm-Zusammensetzung nachfolgende Änderungen an Vorgängen automatisch
die entsprechenden Stoffstrommengen neu berechnen, sofern der im Vorgang bereits
festgehaltene Wert nicht per Stoffstrom-Editor oder bei Standardvorgängen in der
Warenerfassungsmaske manuell geändert wurde.
Positionsorientierte
Auswahlvarianten der diversen Vorgangsbearbeitungs-Module ermöglichen die
manuelle Korrektur der Stoffstrom-Daten mittels eines speziellen Stoffstrom-Editors. Hier
können die Stoffstrom-Anteile oder die berechneten Stoffstrom-Mengen
überschrieben werden und ein entsprechendes Manuell-Kennzeichen gesetzt
werden.
Zur automatischen Nachberechnung/Neuberechnung von
Stoffstrom-Mengen zu Positionen von zum Beispiel älteren Vorgängen steht in
diesen Auswahlvarianten eine stapelorientierte Funktion zur Verfügung.
Dabei werden als manuell gekennzeichnete Anteil-Werte beziehungsweise manuelle
Stoffstrom-Mengen jedoch nicht geändert.
Jedem Stoffstrom-Bestandteil kann optional eine private
Datenbankprozedur zugeordnet werden (siehe Bestandteile), die zur Realisierung
individueller Berechnungsmethoden herangezogen wird.
Ist einem
Stoffstrom-Bestandteil keine private Datenbankprozedur zugeordnet, so wird,
falls vorhanden, eine globale private Datenbankprozedur namens
‚p_StoffStromBerechnung‘ herangezogen.
Besonders zu beachten ist die
Stoffstromdaten-Behandlung bei Rohwarevorgängen und Produktionsvorgängen.
Eine
wichtige positionsorientierte Auswahlvariante mit der Bezeichnung
Stoffstrom_Positionen befindet sich im Modul
Vorgangsübersicht. In dieser Variante werden nur Vorgangs-Positionen zu
Artikelstämmen mit Stoffstrom-Bestandteil-Zuordnungen gelistet. Dabei werden
unter anderem für die definierten Stoffstromarten die jeweiligen Positionswerte
dargestellt. Im Selektionsbereich können neben diversen weiteren Merkmalen bis
zu zwei Stoffstromarten angegeben werden die, wenn sie aktiviert sind,
die Ergebnismenge auf vorhandene Zuordnungen der Stoffstromart(en) in der
jeweiligen Artikelstamm-Zusammensetzung einschränken. Durch die Vielzahl der
möglichen Selektionskriterien kann diese Auswahlvariante als Basis für die
Anbindung und Erzeugung von Berichten, Excel-Auswertungen etc. dienen. Ein
weiteres spezielles Merkmal ist mit dem Label nur nie berechnete
gekennzeichnet. Wird hier der Wert Ja angegeben, so werden nur
diejenigen Positionen selektiert, die über weniger berechnete Stoffstromdaten
verfügen als nach der zugehörigen aktuellen Artikelstamm-Zusammensetzung bei
Neuberechnung vorhanden wären. Dieses ist dann der Fall, wenn Bestandteile mit
Stoffstrom-Kennzeichnung nachträglich zu Artikelstamm-Zusammensetzungen
hinzugefügt werden, zugehörige bereits existierende Vorgänge aber danach nicht
korrigiert wurden.